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Der Versuch immer Verstndnisvoll zu sein

Zeugnistag

Gestern gab es Zeugnisse....ich kann mich noch erinnern: Es war immer der absolute Horror für mich! Da ich mehr damit beschäftigt war, während meiner 10 jährigen Pubertät gegen Jeden und Alles zu rebellieren, mit Make up, Klamotten und Jungs zu experimentieren, waren meine Noten dementsprechend unterirdisch. Mathematik war bis zum Abitur ein Buch mit 70000 Siegeln und ich danke Lehrern wie Herrn Fuchs für seine geradezu überirdische Geduld und Nachsicht. Ich war wild und unberechenbar, hatte aber sicher auch meine guten Seiten.....hoffe ich!
Somit war der Heimweg am Zeugnistag auch immer einer der schlimmsten Wege meines Lebens. Angst...nein Angst hatte ich keine, aber für einen Moment mußte ich mir selber eingestehen, viel zu wenig gelernt zu haben und damit so manche Tür für meine Zukunft selber zu gemacht zu haben. Selbsterkenntnis ist am schmerzhaftesten...viel schlimmer als wenn es Ärger zuhause gegeben hätte. Das blieb mir meistens erspart. Meine Mutter war froh, wenn ich irgendwie mein eigenes Schicksal bewerkstelligte und sie nicht auch noch darum schauen musste. "Hauptsache du lernst später was anständiges....wer weiß, wie lange ich für dich sorgen kann!" Hmmmmm......
Gestern brachten unsere Mädels ihre Zeugnisse mit heim. Sicher auch mit mulmigem Gefühl im Magen, da die Noten durch den Schulwechsel aufgrund unserer Landflucht nicht gerade besser geworden sind. Und dann eben auch noch die Pubertät........! Sicher stehen da Zahlen drin, die sie so noch nicht im Zeugnis hatten, und so manche Träne floß! Und ich zeigte Vertändnis, versuchte sie zu trösten, trösten, sagte das es nicht schlimm ist und ich ganz genau weiß, das sie ihren Weg machen werden. Ich werde ihnen ein eigenes Zeugnis ausstellen für die letzten 3 Jahre in denen sie alles Vertraute, alles was ihnen am Herzen lag voller Vorfreude und Begeisterung hinter sich ließen, um unseren Traum zu leben. Für den Biss, den sie bewiesen haben bei unserem nicht enden wollenden Umzug, beim Kartonspacken, Schleppen und Auspacken, beim Autosverladen, beim Scheune aus- und wieder einräumen, beim
Holzumstapeln, beim Schuften bis zum Umfallen, beim ersten Beschnuppern der Nachbarkinder, beim ersten Schultag in der neuen Schule, beim ewigen Misten und Füttern und Misten und Füttern, beim Holz holen, beim Steineschleppen.................................................................!
Sie haben mit mir Rohre ausgetauscht, uns Werkzeug hinterher getragen, immer gewußt, wo alles ist, für so manches Problem eine Lösung gefunden, dabei viel gelacht und selten Momente der Wehmut mit uns geteilt. Sie sind vom Pferd gefallen und wieder aufgestiegen, haben uns so manchen Streßtag verziehen und hingebungsvoll an unserem neuen Zuhause mitgearbeitet. Sie haben Fuß gefasst, uns beide Hände gereicht und Köpfchen bewiesen.

In meinem Zeugnis für die Mädels stehen nur "Sehr gut!"

Flexibilität 1
Duchhaltevermögen 1
Einfühlungsvermögen 1
Vorstellungskraft 1
Nachsicht mit verstrahlten Eltern 1
Unermüdlicher Arbeitseinsatz 1
Lebensfreude 1
Teamfähigkeit 1
Anspruchslosigkeit 1
Liebenswürdigkeit 1
Selbständige Problemlösung 1

Egal was da heute Mittag in den Schulzeugnissen steht.....die wichtigsten Dinge für ein erfolgreiches Leben haben sie in den letzten drei Jahren gelernt und mit Bravur bestanden....der Rest ist eine Frage der Zeit!!
4.2.17 17:54


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Heiße Steine oder das Leben der bewegten B.

Vor ein paar Tagen, bevor die Grippe alle flachlegte, fuhr ich abends, total erschöpft von der eigenen Dauererkältung, den durchwachten Nächten mit unserem Zwergi und der draußen vorherrschenden, eisigen Kälte mit unserem mittleren Pubertierchen zum Gelnagelnotdienst in unser Hinterwäldlerkleinstadtbeautycenter! Dieses befindet sich im Erdgeschoss eines im kleinstädtischen Zonenrandgebietes deplaziert stehenden Wohnhauses! Selbstverständlich in sonnigem Gelborange gestrichen und mit verstecktem Hintereingang, was bei minus 14 Grad gleich mal für eine kostenlose Eiswindgesichtsstraffung sorgt und die Hände augenblicklich in rotblaue Reibeisen verwandelt, wodurch die Zahl der Spontanhandbehandlungen drastisch ansteigt- zur Freude der Mitarbeiterinnen, die liebevoll lächelnd drinnen auf ausgelaugte, zu Eis gefrorene Landfrauen warten.
Herzlich und mitfühlend wurde mein schwerbeschädigtes Töchterlein an die ersehnte Fingernagelrettungsstation geleitet und mit leckeren Mercischokobonbons ruhiggestellt. Ich stand derweil noch festgefroren an der Eingangstheke und blickte gefesselt auf die Angebotsplakate an der Wand! Zitternd las ich HHHHOOOTTTTTTTTSSTSSTTOOOONEEEMMASSSAGGGGEEE NNN NNN NNNUUURRR 39.- Euro!!!!!
Schon beim Gedanken daran durchströmte mich sinnliche Wärme und ich entdeckte bereits merklich entspannter "Fußreflexzonenmassage"!!!
In der Zwischenzeit hatte die dekorative, kosmetisch einwandfrei aufgearbeitete Nageldesignerin den größten Schaden meiner Tochter- ihre Finger betreffend, behoben. Es wurde nun der dekorative Teil besprochen! Angezogen von den Schokobonbons gesellte ich mich zu ihnen und hörte mich, klebrig schmatzend fragen, ob es für die Hotstone noch einen Termin gäbe. Nach einem weiteren Schokokaramellerguss in meinem Mund, buchte ich komplett willenlos durch den entgleisten Insulinspiegel und die entfesselten Endorphine auch noch eine Fußmassage/Fußpflegesitzung!

Zehn Tage und eine fürchterliche Grippeepidemie später stand ich dann an einem herrlichen Vorfrühlingstag mit strahlendem Sonnenschein, der das Gelborange geradezu in strahlendes Gold verwandelte, vor B.,die mir liebevoll lächelnd meine Hand schüttelte und mich in tiefstem Urschwäbisch fragte: "Nicole? Musch du no aufs Klo?"
Etwas perplex und mich des Gefühls der sofortig eintretenden Infantilität erwehrend, folge ich, etwas senil nickend, brav zur Toilette! Erstaunt darüber, das ich ganz alleine das stille Örtchen aufsuchen durfte und nach dem Notglockenknopf Ausschau haltend, tauchte aus irgendeiner Hirnwindung die Stimme der Vernunft auf: "Ist ja nett, dich aufs Klo zu schicken in Anbetracht der einstündigen, stoffwechselanregenden, bevorstehenden Massage!" Trotzdem konnte ich das Gefühl, im Altenheim gelandet zu sein, nicht ganz unterdrücken, zumal der helfende, gleichzeitig unterstützende Griff der lieben B. beim Begrüßen, mich deutlich älter fühlen ließ, als mein Geburtsdatum belegte.
Na gut, vielleicht war ich ja doch durch den Stress und die Kälte der letzten Wochen etwas übersensibilisiert! Ich beschloss mich einfach der mitfühlend blickenden B. hinzugeben und alles geschehen zu lassen. Im Wellnessraum angekommen, ließ die diskrete B. gleichmal die Vorhanglamellen in goldorange zugleiten und ersetzte das lang ersehnte aber unprofessionelle Sonnenlicht durch eine riesige, runde an der Decke, wie ein riesiges Ufo schwebende, Wellnessfarblampe! Mal in grünes, mal in rotes, mal in blaues, weißes, pinkes, lilanes, gelbes Licht gehüllt, enthüllte ich mich bei unerklärlich disharmonischen Harfenklängen einer Tonleiter aus unentdeckten Zeit- und Raumzonen, und legte mich bäuchlings auf die Wellnessliege mit Gesichtsloch!
"Ohhh, du hasch aber tolle Tattoos!" Gerade wollte ich etwas erwiedern da sprudelte in gleichem Maße heißes Öl und die lauwarme, vorraussehbare Lebensgeschichte der redseligen B. von hinten über meinen weitgehend entblösten, wehrlosen Körper. Für einen kurzen Augenblick hoffte ich noch, das sich die getrennte, sich in Selbstzweifel aufgelöste, durch ihren Therapeuten wieder in Stand gesetzte und nun frisch verliebte B. irgendwann doch noch ganz auf mein Seelenleben und auf meinen nach Zuwendung hungernden Körper konzentrieren würde und mich mit der Steinmassage ins Nirwana katapultieren könnte.
Mein anfängliches Senilitätsgefühl wurde dann durch die Aussage unserer stets zufriedenen B. bestätigt, da sie tatsächlich Altenpflegerin war, bevor sie durch die Trennung und die daraus resultierende Selbstfindung zur Massageexpertin im Wellnesstempel wurde. Fairerweise muss ich eingestehen, dass die wohltuende B. trotz ihrer Redseligkeit zumindest meine, durch Wind, Frost und Wetter gegerbte und vertrocknete Haut mit Unmengen an heißem Öl balsamierte, und so mancher heiße Stein zumindest punktuell für Entspannung sorgte!
Am Ende der Stunde machte mir die leergeredete B. das ernstgemeinte Kompliment, das ich als Therapeutin oder Lebensberaterin unendlich Zulauf haben würde und ich dankte ihren Händen für die unterbewußt nebenher geschenkten Streicheleinheiten für meine Meridiane!
Ein Glas Wasser und eine herzliche Verabschiedung später stehe ich draußen, in der untergehenden Sonne vor der tiefgoldorange leuchtenden Wellnessoase irgendwo im Nirgendwo mit einem weiteren Termin zur Hotstonemassage- schließlich will ich doch wissen, wie es mit der herrlich unterhaltsamen B., ihrem Freund und dessen Sohn weitergeht, und ob der Therapeut ganze Arbeit geleistet hat!
Danke einzigartige B. für diese Bloginspiration❤❤❤❤
3.2.17 10:07


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