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Eintöpfe und was sonst noch Leib und Seele nährt

Essen und Kochen war für mich schon immer eine mehr als körperlich sinnliche Erfahrung.
Vor ein paar Jahren hatte ich eine süße, kleine, vollbusige, quirlige, langlockige, schmollmündige Italienerin kennen gelernt. Es war Sommer und traumhaftes Wetter – tagelang hatten sich die Temperaturen nicht unter 30 Grad Celsius bewegt und Deutschland schien mitten im heißen Süden zu liegen. Meine Freundin hatte meine Familie zum Essen eingeladen und ich stand in ihrer sonnendurchfluteten Küche und beobachtete sie bei den Vorbereitungen.

Überall standen Kräutertöpfe, hingen getrocknete Pepperoni und Knoblauchstränge. Riesige goldgrün schimmernde Olivenölflaschen standen neben großen, glänzenden Nudeltöpfen und meine leicht bekleidete, vor Hitze rotwangige Freundin wusch das Gemüse im Waschbecken, das die Wassertropfen nur so durch das Sonnenlicht perlten. Überall entstanden kleine Regenbogen und es duftete herrlich würzig nach rohem Fleisch, Marinade und Angebratenem. Dazwischen ertönte immer wieder das schöne Lachen meiner sinnlichen Köchin, die sich mit den Unterarmen den Schweiß von der Stirn oder die Locken aus dem Gesicht fegte.
Ihre weißen Zähne blinkten und die aufwendige Spitze ihres BH`s blitzte immer wieder unter ihrem luftigen Trägertop hervor. Dazwischen schob sie mir fröhlich plaudernd irgendeinen rohen oder zubereiteten Leckerbissen in den Mund, nur um dann lachend weiter zu erzählen und mit fliegenden Händen im goldenen Licht neue Verführungen zuzubereiten.

Wie sehr beneidete ich ihren Ehemann um dieses wunderbare Frauenzimmer. Zu Füßen hätte ich mich ihr legen wollen, nur um nie wieder aus dieser Küche, aus dieser sinnlichen Szene herausgehen zu müssen. Welch ein Zauber und wie bezaubernd konnte ein Sommerabend sein! Nie werde ich dieses Bild vergessen, und diese wohlige Erregung in meinen Eingeweiden.

Ähnlich erging es mir Jahre später mit einer anderen Freundin.
Auch sie verführte mich mit einer selbstinszenierten Küchenarie.
Ganz im Gegenteil zu meiner temperamentvollen Italienerin, war diese eher burschikos. Ihr kurzer, blonder Bubikopf, ihre
markanten, hageren Gesichtszüge, die riesigen, eisblauen Augen, die scharfkantige Nase, die muskulösen Körperkonturen und ihre Verkleidung als französischer Weinbauer standen in verführerischem Gegensatz zu meinen sonst sehr weiblichen Freundinnen.
Sie stand in ihrer Küche am Gasherd, dessen Flamme zischte und züngelte. Es war spät in der Nacht und zuviel Prosecco, ein langer, kalter Fastnachtstag mit Kinderumzug und Party hatte uns hungrig und verfroren nach Nahrung für Körper und Seele Ausschau halten lassen.
Ihre derben Männerhände schnitten Kräuter, füllten dickflüssiges, gelbes Öl in die gußeiserne Pfanne, zerbrachen Granatäpfel, nur um ihren Saft über die zarten Lachsfilets strömen zu lassen. Es knisterte und zischte als sie Apfelschnitze ins heiße Öl fallen ließ und der Duft nach süßen, herben Früchten, Fisch und südlichen, gerösteten Kräutern erfüllten die Luft mit Sommersonne.
Mitten im Winter wurde mir heiß und ich roch den duftenden Lavendel und das Meer, fühlte den Sand auf meiner heißen, braunen Haut und sah den blauen Himmel über Südfrankreich. Es roch nach Pinienwäldern und trockener Hitze, nach Wein und Leidenschaft.

Wir saßen zusammen an ihrem alten Holztisch, zwischen Farben, Pinseln, Schnickschnack und bunten Wänden und aßen direkt aus der Pfanne, mit grobzinkigen Gabeln und weißem, vor Öl triefendem Brot.

Es war hinreißend, von dieser androgynen Schönheit bekocht
und umgarnt zu werden. Auch ein Essen kann einem das Gefühl von Verliebtsein schenken und meine wunderbare Angelo-Angelina hatte mit diesem Mahl daraus ein Fest gemacht. Selig ging ich hinaus in den Schnee und die Flocken schmolzen zischend auf meinen roten, heißen Wangen.
Ich konnte den Sommer riechen!!!

Die riesigen, nassen Schneeflocken, die heute unerwartet aus dem grauen Himmel klatschen, haben mich zurückversetzt! Ich glaube ich kaufe noch schnell Lachs, und Granatäpfel und....❤...
30.1.17 15:18
 
Letzte Einträge: Guten Morgen....Lichtblicke aus der Quarantänestation


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


bibiju (31.1.17 09:41)
schon beim lesen rieche und spüre diese unbeschreiblich
er.otische atmosphäre.einfach seelenkribbelig

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