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Aus Eins mach Zwei, endlich Fortsetzung!

Wo war ich stehen geblieben? -Ach ja, beim ABER! Ja, auch vor fast vier Jahren gab es viele WENN UND ABER! Da hatte ich nun drei Pferde, Jobs rund um die Uhr und doch dieses große ABER im Herzen: ABER könnte ich den Rössern, meinem Göttergatten und unseren drei Töchtern nicht gerechter werden, indem wir alles unter ein eigenes Dach packen würden?
Die Idee vom eigenen Hof war geboren! Allein die Suche gestalte sich mehr als schwierig. Nach langem Suchen, wurde immer klarer, dass wir wohl unser, seit zehn Jahren gewohntes Umfeld, Freunde, Nachbarn, Schulen- ja einfach alles hinter uns lassen mussten, um irgendwo im Nirgenswo neu anzufangen. Das war einerseits beängstigend, ABER die Vorstellung verursachte auch ein Kribbeln im Bauch! Neuanfang, A B E N T
E U E R- das war genau das Richtige um unser Familien- und Eheleben wieder in Schwung zu bringen! Nicht, das wir ein langweiliger, spießiger Haufen gewesen wären, ABER selbst der bunteste, schrillste Kreisel zieht eben seine ewig gleichen Kreise, bis- ja bis alles eine andere Richtung nimmt.
Wir zogen also gen Westen....zumindest was die Himmelsrichtung betraf! Zwar nur fünfzig Kilometer von unserer bisherigen Heimatkleinstadt entfernt aber auf Grund des gerade mal Hundertneunzigseelendorfes und der tief ländlichen Idylle eben doch irgendwo ins Nirgendwo.
Unser neues Dach für alle?
Ein Bauernhof von Anfang 1800, mit riesiger Scheune, Anbau, ehemaligem Wirtschaftsgebäude (na ja, vielleicht auch nur Ziegenstall mit angebautem Holzschuppen), Bauerngarten, Apfelbäumen und der Möglichkeit aus einer angebauten Scheune, bis an die Decke mit Holz gefüllt, einen passabelen Offenstall zu bauen! Gesagt- getan! Alle Familienmitglieder krempelten die Ärmel nach oben und schleppten, bauten, stapelten, räumten, verpackten, packten aus und räumten ein- rund um die Uhr! Adrenalingeschwängert durch die abenteuerliche Siedleridylle, durch den Reiz des Neuen, durch die Freude über die Ursprüngluchkeit des Landlebens setzten wir alle unglaubliche Energien frei. Nach nur zwei Wochen bezogen die Pferde ihr noch verbesserungsfähiges aber immerhin eigenes Offenstallgelände, wir Menschen unsere Räumlichkeiten, der Schulalltag brachte Normalität und neue Freunde, die Hündin fand ihren Korb im Hausflur und unsere Seelen ihre neue Heimat. Es wurde Winter und das neue Jahr ließ das anfängliche Chaos langsam in seine geregelten Bahnen gleiten! Ich genoss die Pferde, die Entschleunigung ganz ohne Nebenjobtermindruck, schippte Schnee, heizte den Grundofen, kochte auf dem Küchenofen, schaute den Hefezöpfen beim Gehen zu, kochte mächtige, deftige Bauerneintöpfe und freute mich des Lebens! Um für Heu, Stroh und Sonstiges beizusteuern, fand ich nebenbei einen lukrativen Job als Sevicekraft in einem immer überfüllten Landgasthof um die Ecke! Es war ein warmer, trockener Winter mit viel Sonne und Groß und Klein waren geradezu kitschig zufrieden in diesem Postkartendorfidyll geborgen. Irgendwann, als ich Anfang Februar im frühmorgenlichen Sonnenlicht meinem Seelenpferd das Winterfell in absoluter Ruhe ausbürstete, fiel mir auf, wie beschaulich mein Leben endlich mit drei schulpflichtigen Weibern, die erst um 14.30 Uhr mit dem sparsam fahrenden Schulbus zum Essen kamen und mit einem Mann, der erst spät abends ans Feuer kommt, und mit der Aussicht auf einem angenehmen Nebenjob, war. Jetzt mit knapp Fünfundvierzig im absoluten Nirwana angekommen- Zeit für mich!
Ich wußte in meiner Naivität noch nicht, dass das Universum seine Pläne fern von unserer selbstgefälligen, eingebildeten Selbstbestimmtheit schmiedet!!!! Einen noch beschaulichen Augenblick später hatte ich die frühere Sachbearbeiterin vom Jugendamt des vorigen Wohnortes am Telefon, die meine Handynummer von einer Homepage aus unserem früheren Leben recherchiert hatte und nun aufgeregt räuspernd um Asyl
für einen Vierjährigen nachfragte! Nun ja, jetzt mit Hof und so hätten wir ja vielleicht genug Platz, und einige Zeit sei ja auch ins Land gegangen seit dem letzten Pflegekind und überhaupt....
Ich wäre nicht ich und wir wären nicht wir, wenn dieser kleine Kerl nach einer kurzen Familienküchentischberatung keinen Platz bei uns gefunden hätte! Und so wurde ich im Februar vor drei Jahren noch mal Mutter, obwohl ich genau das nie wollte! Meine Mutter hatte mich mit Dreiundvierzig bekommen (sie ging zum Arzt wegen einer angeblichen Nierenbeckenentzündung) und so als Nachzügler fand ich meine Kindheit nicht immer spannend- und sie das späte Muttersein nach vier bereits verheirateten Kindern, wohl auch nicht. ABER LEBEN FINDET STATT WÄHREND WIR NOCH PLANEN! Außerdem sollte uns der Blondschopf unter Umständen im April wieder verlassen! Schnell hatten sich alle wieder in ihre Rollen als Kindikindmutti, große Schwester, Bubenpapa und Großfamilie eingelebt und auch unser Neuzugang lebte sich langsam ein. Natürlich musste Platz geschaffen, Zimmer getauscht, Möbel gerückt werden, aber wir waren ja noch in Übung vom Umzug!
Daraus folgend musste das hiesige Jugendamt von der landkreisübergreifenden Belegung in Kenntnis gesetzt werden. Zack- das Universum schlug abermals zu! Anfang April, kurz vor dem möglichen Ende des ersten Pflegeverhältnisses klingelte abermals das Telefon!
Eine sympatische Sachbearbeiterin fragte vorsichtig nach unserem Ergehen, was unser Pflegling und unser Um- und Ausbau denn so mache ach, und ob ich nicht mal ganz unverbindlich ein sechs Monate altes
Baby anschauen möchte, das als kleines Frühchen noch einen liebevollen Lebensplatz suchen würde! Und wie es der Zufall so will, sei es auch ein Bub, und die Familienchronik würde in der zeitlichen Abfolge ja auch nicht gestört werden, könnte unser Kindikind doch hautnah erfahren, was es bedeutet als früheres Einzelkind einen kleinen Bruder zu bekommen....
Die letzten Worte der netten Dame verwehten im rauschenden Tunnel meines bodenlosen Falls......ich stürzte und stürzte, sah mein Leben, meine beschaulichen Vormittage an mir vorbeiziehen, im Tsunami aus Babyfläschchen, vollen Windeln, Kinditerminen, Abhol- und Bringzeiten hinfortgerissen, in einer Flut aus Babygeschrei, wachen Nächten, grauen Haaren ertrinken! Das Letzte was ich noch erinnere ist das Bild einer alten, ausgemergelten Frau mit rotem Lippenstift und einem Säugling an der faltigen, leeren Brust!!!!
Als ich mich wieder beruhigt hatte und meiner männlichen Herzhälfte von dem Telefonat erzählte, winkte der ab und meinte, das passe überhaupt nicht in unsere Lebensplanung! Schließlich würden wir ja in ca. zehn Jahren aus dem Gröbsten raus sein, der Hof würde dann an die Weiber gehen und wir zwei, ganz allein da Hund und Pferd dann nur noch in unserer Erinnerung lebten, wie früher durch Frankreich streunen, mit unserem alten VW - Bus! Ja, so war der Plan, schließlich sollte auch unser Blondschopf nur bis April bleiben, oder spätestens zur Einschulung hin unser trautes Heim verlassen.
ABER- LEBEN FINDET STATT, WÄHREND WIR NOCH PLANEN!!!
Wenige Tage später mistete ich mit im Tragetuch schlummernden Baby Kleidergröße 56, den Stall aus!

Wer die vorangeganngenen blogs aufmerksam verfolgt hat, weiß, das sowohl unser Zwergi als auch unser mittlerweile Grundschüler feste Mitglieder unserer Großfamilie geworden sind! Die Stelle als Servicekraft bekam eine andere Bewerberin, da ich unverhofft wieder Tag und Nacht alle Hände voll zu tun hatte. Die Zeit für mich, mit mir ganz alleine, ist fast nicht vorhanden und wenn sich doch mal Minuten der Stille ergeben, unsagbar wertvoll! Unser Leben ist in anderen Bahnen verlaufen als geplant....ABER- es hätte nicht reicher, bunter, wilder, schöner, aufregender und sinnvoller werden können- ODER?!?!

Jetzt, wo ich das so lese, unser fünfzehnjähriges Pubertierchen auf dem Sessel neben mir, den dreijährigen Hustinettenbär auf ihrem Schoß, den Eintopf auf dem Herd und den sieben Tellern auf dem Tisch, wird es ganz warm, ganz rot und hell in mir vor Liebe und Lebenslust.....und sicher bin ich mit Siebenundvierzig vielleicht etwas müde durch den Dauereinsatz in der Seuchenstation, aber noch lange nicht ausgemergelt, flachbrüstig und grauhaarig- und schon garnicht alt!!!!!
1.2.17 07:50
 
Letzte Einträge: Guten Morgen....Lichtblicke aus der Quarantänestation


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